Institut Deutsche Adelsforschung
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Umgang mit körperlichen, seelischen und geistigen Beeinträchtigungen bei Fürsten

Ein neuer bremischer Beitrag zu Dis/ability-Studies mit Bezugsgruppe des Hochadels

Im Jahre 1717 erschien in einer Wiener Zeitung eine kleine Meldung namens „Zu Rom hat man den Graf Giannini della Pergola, weil er unrichtig im Kopfe befunden worden, nach der Engelsburg gebracht.“ [1] Dahinter und hinter weiteren zahlreichen ähnlichen Meldungen in der historischen Tagespresse [2] verbergen sich physisch und psychisch abweichende Handlungsweisen und gemeldet wurde, daß sich der bewußte Graf nun außerhalb eines gewöhnlichen adeligen Lebenslaufes, beispielsweise als Gutsherr, Militär, Kapitular, Domherr oder Verwaltungsbeamter, befand, [3] gewissermaßen in einem Moratorium auf einer Festung am Tiber [4] verharrte, wobei nicht absehbar war, wie lange dieses Moratorium dauern sollte und ob es je wieder aufgehoben werden würde.

Diese kleine Meldung führt mitten hinein in ein Forschungsgebiet, dass heute mit der Bezeichnung „Dis/Ability History“ bezeichnet wird; Zentrum dieses Gebiets war ab 2009 bis vor allem 2016 die Universität Bremen und dort das unter der Ägide von Prof. Dr. Cordula Nolte, von Hause aus Althistorikerin und Germanistin, stehende Forschungsprojekt „Homo debilis“, dessen Webseite leider aktuell nicht mehr erreichbar ist. [5] Eine bremische Auskopplung aus diesem ehemaligen Forschungsbereich ist nun die Dissertation von Jana Sonntag [6] mit dem Titel „Zum Regimente untüchtig? Herstellung, Erhalt und Beurteilung von körperlicher und geistiger Tauglichkeit [7] im fürstlichen Adel am Beispiel der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg im 16. Jahrhundert“.

Erschienen im hamburgischen „Fachverlag für wissenschaftliche Literatur Dr. Kovac“ im Juli des Jahres 2026, umfaßt das Werk 290 Seiten, ist sowohl als materielles Druckwerk auf Papier unter der ISBN  978-3-339-14988-6 als auch als elektronisches Werk, dann jedoch unter der ISBN 978-3-339-14989-3, im analogen und virtuellen Buchhandel erhältlich; preislich liegt das Werk bei 98,80 Euro je Exemplar.

Wie schon die obige Kleinmeldung des Grafen Gianini gezeigt hat, ist es indes nicht ganz einfach, entsprechende Quellenbelege gezielt zu finden, wenn man nur den Pertinenzbegriff kennt und sucht. Ausgeklügelte Strategien zur Heuristik waren hier gefragt, andererseits aber auch mit Chancen bedacht, weil gerade das Abweichende bevorzugt wahrgenommen worden ist. Hier kann man mit Laoutr argumentieren, dass die gewöhnlichen standestypischen Vorgänge oder Wahrnehmungen die einer Blackbox waren, denen als Normalität wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde, daß aber Devianzen besondere Aufmerksamkeiten erhielten. [8] Die Verfasserin nun hat sich diverser Quellenbestände bedient, vor allem mit Akten  aus dem Niedersächsischen Landesarchiv zu Hannover gearbeitet (Seite 245, zum Minderteil aber auch mit weiteren Akten aus dem Geheimen Staatsarchiv zu Dahlem (Seite 246).
 
Ihre Fragestellung ging dahin, erfahren zu wollen, was konkret unter körperlicher Tauglichkeit zu verstehen war, wenn es um Fürsten in verschiedenen Lebensabschnitten ging, und dies sowohl bei Frauen als auch bei Männern aus dem braunschweig-lüneburgischen Fürstenhause (Seite 5). Dieser Ansatz verwirrt etwas, da im Titel der Arbeit nicht allein von somatischen, sondern auch von psychischen Beeinträchtigungen die Rede ist. Innerhalb des Untersuchungsganges dann widmet sich die Verfasserin doch wieder auch den psychischen Beeinträchtigungen (Seite 43-50, 99-101). Die Frage der Tauglichkeit von Körper, Geist und Seele war indes für Fürst:innen, anders als bei niederen Adeligen, von besonderer Bedeutung, hatten Hochadelige doch immer auch einen politischen Körper, [9] der unter besonderer Beobachtung stand und von dem auch das Gedeihen des Staatswesens abhing.

Dabei erforschte die Verfasserin auch frühneuzeitliche Maßnahmen zur Korrektur von nicht als natürlich wahrgenommenen und etikettierten Körpern (Seite 104-117), Maßnahmen, die jeweils dem damaligen Stand der Wissenschaft entsprachen. Dadurch jedoch, daß man oft beste Ärzte und Chirurgen heranzog, erfuhren Fürst:innen zwar einerseits eine sehr gute Behandlung nach dem Status quo der Medizin, andererseits waren sie auch Maßnahmen ausgesetzt, die, vom huetigen Standpunkte aus, als wirkungslos oder schwerwiegend beeinträchtigend und grausam bezeichnet werden können (Seite 114).
 
Zwei andere Teile der Doktorinnenarbeit widmen sich der physischen Beeinträchtigung bei Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1528-1589) und der psychischen Devianz bei Herzog Wilhelm der Jüngere von Braunschweig-Lüneburg (1535-1592), der mehrfach allein, ohne Decorum [10] und ohne Gefolge, im Lande umhergereist (Seite 179), schließlich auf Schloß Celle festgesetzt worden war; er unterlag fortan räumlicher wie sozialer Isolation (Seite 199-205). Ein dritter großer Abschnitt schließlich widmet sich Mängeln in der Fertilität und damit der Kinderlosigkeit. [11] Dies war ein für Fürstenhäuser problematischer Aspekt, hing doch an der Nachfolge der Zugriff auf reichhaltige Ressourcen, Handlungsmöglichkeiten und Lebenspotenzialitäten. Allerdings zeigten sich auch pragmatische Handlungen (Seite 243); Ansprüche an Unversehrtheit wurden teils abgeschwächt, wenn andere Vorteile der Person in Aussicht standen, beispielsweise bei anzubahnenden Ehen politische Rücksichten oder die Aussicht auf finanziellen Gewinn (Seite 238). Dies zeigt, es ging weniger um „dis/ability“ an sich, sondern stets vielmehr um das je situative „un/doing dis/ability“, welches die Verfasserin hier ebenfalls myrioramatisch ausbreitet. Auch hier kann man Latour gewinnbringend heranziehen, der zwischen ostentativer und performativem Vollzug unterschied, den Letztgenannten für entscheidend hielt. [12]

Die Studie kann insgesamt als ein gelungener Beitrag  zu den Nicht/Beeinträchtigungs-Studien des Adels betrachtet werden, verfügt, nur dann und wannaufleichtend, über kleinere handwerkliche Mängel. [13] Sie verdeutlicht einmal mehr, wie sehr Fürst:innen gesellschaftlichen und politischen Erwartungen ausgesetzt waren, welche soziale Rollen für sie, [14] unter anderem festgelegt in Fürstenspiegeln, [15] vorgesehen waren, und was geschah, wenn sie davon willentlich oder unwillentlich abwichen, ihre Seele, ihr Geist oder ihr Körper im Lebensverlauf schwer oder gar nicht zu beinflussende Vulnerabilitäten erhielten oder offenbarten. Wie sie selbst damit umgingen und wie soziale Umgebungen dies wahrnahmen und behandelten, hat die Studie detailreich gezeigt; auch für den Niederadel wünscht man sich hier weitere ähnliche Analysen, so beispielsweise zu entmündigen Adeligen, wie sie noch aussteht bei den Studien der „social displaced persons“. Zu dieser höchst heterogenen Gruppenbildung des Adels, die wegen ihrer Elitenfunktion, bislang vielfach außerhalb des Interesses der Forschung stand, wird jetzt glücklicherweise mehr und mehr geforscht, so auch hier im vorliegend besprochenen Werk der Dissertation aus Bremen. [16]

Diese Rezension erscheint auch gedruckt in der Zeitschrift für deutsche Adelsforschung und stammt von Dr. Dr. Claus Heinrich Bill (Juli 2026). Zu den Annotationen:

1 = Nomen Nescio: Beytrag zum Reichs-Postreuter, 53. Stück vom 15ten Julius 1771, Seite 1.

2 = Kraus, Karl: Irrenhaus Österreich, in: Die Fackel, Band VI, Heft Nr. 166 vom 6. Oktober 1904, Seite (Kritik daran, daß sich abweichend von gesellschaftlichen Normen verhaltene Adelige eher ins „Irrenhaus“ anstatt ins Zuchthaus eingewiesen würden und sich Psychiater gleichwohl davor scheuen würden, Adelige ins „Irrenhaus“ einzuweisen; betrifft daher auch Material für Disability Studies wegen des Alltagswissensbestandes, Adelige und Beeinträchtigung nur getrennt voneinander zu denken); Nomen Nescio: Berlin, in: Allgemeine Zeitung von und für Bayern (Nürnberg), Nr. 98 vom 8. April 1839, Seite 2-3 (betrifft den Fall einer religionsschwärmerischen und einer „Sekte“ angehörenden Gräfin F. und deren Einweisung in eine Irrenanstalt); Nomen Nescio: Wien, in: Augsburger Postzeitung (Augsburg), Nr. 87 vom 16. April 1860, Seite 523 (betrifft den Fall des an einer „Selbstmordmanie“ erkrankten Grafen v.Szechenyi); Nomen Nescio: Rom, in: Regensburger Morgenblatt (Regensburg), Nr. 336 vom 7. Dezember 1862, Seite 1328 (betrifft die „Geisteskrankheit“ des Gesandten und Barons v.Canitz); Nomen Nescio: Der Großhändler Baron Erggelet, in: Neues Fremden-Blatt (Wien), Nr. 102 vom 12. April 1868, Seite 3 (betrifft dessen Einweisung in die Irrenanstalt Döbling wegen einer „fixen Idee“); Nomen Nescio: Zwei Adelige wahnsinnig geworden, in: Gemeinde-Zeitung (Wien), Nr. 93 vom 19. April 1868, Seite 8 (betrifft die Fälle v.Erggelet und v.Tiviert); Nomen Nescio: Irrsinn, in: Tages-Post (Linz), Nr. 22 vom 27. Jänner 1871, Seite 3 (betrifft den Fall des Barons v.Strick); Nomen Nescio: In Wahnsinn verfallen, in: Gemeinde-Zeitung (Wien), Nr. 73 vom 29. März 1874, Seite 5 (betrifft den Fall des Barons v.Villani); Nomen Nescio: Irrsinn, in: Pester Lloyd (Pest), Nr. 210 vom 1. August 1882, Seite 3 (betrifft den Fall des halbanonymisierten Reichstags-Abgeordneten Baron „J.R.“); Nomen Nescio: Sterbefälle, in: Badener Bezirks-Blatt (Baden bei Wien), Nr. 66 vom 2. Juni 1885, Seite 2-3 (betrifft den Fall das Barons v.Liebenberg wegen „Geistesstörung“); Nomen Nescio: Deutschand, in: Der Wendelstein. Katholisches Volksblatt für das bayerische Oberland (Rosenheim), Nr. 59 vom 18. Mai 1886, Seite 1-2 (betrifft eine periodisch erscheinende „Geistesgestörtheit“ des Barons v.Hafenbrädl); Richard von Krafft-Ebing: Lehrbuch der gerichtlichen Psychopathologie mit Berücksichtigung der Gesetzgebung von Österreich, Deutschland und Frankreich, Stuttgart 3. Auflage 1892, 488 Seiten (betrifft unter anderem den Fall des „Barons N.“ mit „angeborenem Schwachsinn“ auf Seite 445); Th. Tiling: Über angeborene moralische Degeneration oder Perversität des Charakters, in: H. Laehr (Hg.): Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medicin, Band LII, Berlin 1896, Seite 258-331 (enthält unter anderem ausführliche Fallberichte zur adeligen Patientin „A.v.M.“ und zum Patienten „Baron A.v.K.“); Nomen Nescio: Ein wahnsinniger Graf, in: Iluustriertes Wiener Extrablatt (Wien), Nr. 195 vom 19. Juli 1901, Seite 11 (betrifft den als „wahnsinnig“ eingestuften gewalttätigen Grafen v.Spangen); Nomen Nescio: Ein Baron als Landstreicher. Aus dem Gefängnisse ins Irrenhaus, in: Deutsches Volksblatt (Wien), Nr. 6333 vom 20. August 1906, Seite 2 (betrifft den Fall des „irrsinnig“ erklärten Barons v.Zornberg); Nomen Nescio: Der Ritterschlag der Ritter vom goldenen Sporn, in: Illustriertes Wiener Extrablatt (Wien), Nr. 2 vom 3. Jänner 1917, Seite 1 und 5 (Ehrung des versehrten und infolge des Krieges einbeinigen Barons v.Roszner).

3 = Zu den zur Sozialfigur „Adeliger“ in der Frühneuzeit zugeschriebenen Merkmalen zählten eben jene Tätigkeitsfelder gemäß Rudolf Endres: Adel in der frühen Neuzeit, München: Oldenbourg 1993, Seite 37-46. Zur Konzeption der Sozialfigur siehe Sebastian Moser / Tobias Schlechtriemen: Sozialfiguren zwischen gesellschaftlicher Erfahrung und soziologischer Diagnose. In: Zeitschrift für Soziologie, Band XLVII, Heft Nr. 3, Berlin / New York: De Gruyter Oldenbourg 2018, Seite 164-180.

4 = Nomen Nescio: Die Engelsburg mit der Tiberbrücke in Rom, in: Sankt Pöltner Deutsche Volks-Zeitung, Ausgabe Nr. 7 vom 17. Februar 1898, Seite 9.

5 = Die Webseite „www.homo-debilis.de“ führt gemäß Abruf vom 21. Juli 2026 nur ins Leere mit der Bemerkung „Seite nicht gefunden. Die angeforderte Seite existiert entweder nicht (mehr) oder wurde gesperrt“. Eine Einführungswebseite gibt es indes noch aktuell gemäß Abruf vom 21. Juli 2026 unter der Adresse „https://www.uni-bremen.de/institut-fuer-geschichtswissenschaft/projekte/homo-debilis“. Dort heißt es grundsätzlich: „Dis/ability History geht von dem methodischen Grundsatz aus, historische Gesellschaften und Kulturen als Ganzes anhand der Analysekategorie dis/ability zu untersuchen. Wie die Schreibweise dis/ability andeutet, geht es dabei sowohl um „Behinderung“ als auch um „Nichtbehinderung“. Somit eröffnen sich grundsätzliche Fragen: Was verstanden Individuen und Gruppen in ihren jeweiligen Umwelten unter (Nicht)Beeinträchtigung, (Nicht)Behinderung und (Nicht)Befähigung, unter Normalität und Andersheit? Inwieweit waren Gesellschaftsstrukturen auf Inklusion und Teilhabe ausgelegt? Wer konnte welche persönlichen und kollektiven Handlungsspielräume nutzen? Welche Bedeutung kam körperlichen und geistig-seelischen Merkmalen und Befindlichkeiten bei der Identitätsbildung und Gruppenkonstitution zu?“. Die Homo-debilis-Seite ist jedoch noch abrufbar über die Waybackmachine unter der URL „https://web.archive.org/web/20230123002750/https://www.homo-debilis.de/“ und vermittelt einen partiellen Eindruck dieser 2017 ausgelaufenen Forschungsgruppenbildung; siehe dazu die Webseite gemäß Abruf vom 22. Juli 2026.

6 = Bisher nicht ermittelbar in der Adelsforschung hervorgetreten, war seit mindestens 2014 mit dem Thema beschäftigt, schloß die Dissertation aber erst 2026 mit der Publikation ab; am  5. Dezember 2014 hielt sei einen Vortrag zu „Familie, Körper, Herrschaft“. Fragen der körperlichen und geistigen (Un)Tüchtigkeit im fürstlichen Adel“ gemäß der Webseite „Was bedeuteten ‚Behinderung‘ und ‚Beeinträchtigung‘ in der Geschichte?“ unter der URL „https://www.uni-bremen.de/was-bedeuteten-behinderung-und-beeintraechtigung-in-der-geschichte-1“ gemäß Abruf vom 21. Juli 2026. Die Dissertation soll universitätsintern 2025 abgeschlossen worden sein, so zumindest laut dem Eintrag bei der Deutschen Nationalbibliothek gemäß der Webseite „https://d-nb.info/1401624790“ gemäß Abruf vom 21. Juli 2026.

7 = Im Sinne von Rollenkongruenz; dazu Rüdiger Lautmann: Rollenkongruenz, in: Thorsten Benkel / Andrea D. Bührmann / Daniela Klimke / Rüdiger Lautmann / Urs Stäheli / Christoph Weischer / Hanns Wienold (Herausgebende): Lexikon zur Soziologie, Wiesbaden: Springer VS, Siebtauflage 2024, Seite 1089.

8 = Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2010, Seite 236-240.

9 = Zu siehe weiterführend Olav Heinemann: Das Herkommen des Hauses Sachsen. Genealogisch-historiographische Arbeit der Wettiner im 16. Jahrhundert, Leipzig 2015, 474 Seiten (Dissertation Universität Duisburg-Essen 2013; enthält über den hier nicht relevanten regionalen Rahmen hinaus die Vorstellung eines vom Verfasser entwickelten theoretischen Dreikörpermodells eines Herrschers namens Corpus principis tripartium auf Seite 303-316 und 371, in dem der Fürstenkörper als materiell, dynastisch und politisch verstanden wird und dessen zugehörige Ausdrucksformen Portrait, Wappen und Karte seien).

10 = Es ist dies ein interessanter, da ungewöhnlicher Fall; siehe zum Decorum Conrad Wiedemann (Hg.): Der galante Stil 1680-1730, Berlin / Boston 2017, 171 Seiten (Reprint des in Tübingen 1969 erschienenen germanistischen Werkes; beinhaltet unter anderem eine Theorie des galanten Stils in der Literatur, die Lehre des aristokratischen Decorums, Aussagen zur galanten Conduite und eine Kritik der praktischen Galanterie).

11 = Siehe dazu fernerhin Klaus Eickels: Sterility in medieval noblemen, in: Medizin, Gesellschaft, und Geschichte. Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung, Band XXVIII (2009), Seite 73-95 (betrifft Kinderlosigkeit, Zeugungsunfähigkeit, Unfruchtbarkeit bei mittelalterlichen Herrschenden als Problem der Dynastiegefährdung).

12 = Dazu siehe Claus Heinrich Bill: Adel als performative Gruppe (Modell Latour 2010), in: Institut Deutsche Adelsforschung (Hg.): Bildatlas zur deutschen Adelsgeschichte 6. Adelsgrafiken als Beitrag zur komplexreduzierten Aufbereitung von für die Adelsforschung dienlichen Theorien und Modellen, Sonderburg 2019, Seite 26-27 (aus der Serie Adelsgrafiken hier die Nr. AdGraf 137).

13 = Auf Seite 268 fehlt der Literaturnachweis zu Richter, angekündigt auf Seite 10 in Fußnote 28. Es geht dabei um Susan Richter: Abgesetzt wegen „blodigkeit“. Geisteskrankheit als Legitimationsstrategie für erzwungene Herrscherwechsel am Beispiel Markgraf Christophs I. von Baden, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band CLXI, Karlsruhe 2013, Seite 85-111 (damals noch seltener Beitrag zu den „noble disability studies“).

14 = Dazu siehe Ralf Dahrendorf: Homo Sociologicus. Ein Versuch zur Geschichte, Bedeutung und Kritik der Kategorie der sozialen Rolle, Wiesbaden: Springer VS 2006.

15 = Dazu siehe Mariano Delgado/ Volker Leppin (Hg.): Die gute Regierung. Fürstenspiegel von der Antike bis zur Gegenwart, Fribourg / Stuttgart 2017, 347 Seiten (Konferenzschrift, zugleich Band XXIV der Reihe „Studien zur christlichen Religions- und Kulturgeschichte“); Rita Multer: Pädagogische Perspektiven in deutschen Fürstenspiegeln und Erziehungsinstruktionen von Fürstinnen und für Fürstinnen in der Frühen Neuzeit, Eichstätt 1998, 281 und LXII Seiten (Dissertation Universität Eichstätt 1998); Hans-Otto Mühleisen und Theo Stammen (Hg.): Politische Tugendlehre und Regierungskunst. Studien zum Fürstenspiegel der Frühen Neuzeit, Tübingen 1990, 311 Seiten (Band II der Reihe „Studia Augustana“); Hans-Otto Mühleisen / Theo Stammen / Michael Philipp (Hg.): Fürstenspiegel der Frühen Neuzeit, Frankfurt am Main / Leipzig 1997, 764 Seiten (Aufsatzsammlung).

16 = Zur Gruppenbildung siehe zudem weiterführend Claus Heinrich Bill: 25 Jahre Institut Deutsche Adelsforschung 1993-2018, in: Institut Deutsche Adelsforschung (Hg.): Zeitschrift für deutsche Adelsforschung, Jahrgang XXI, Folge Nr. 100, Sonderburg 2018, Seite 2-52 (erörtert die Geschichte, die Publikationen, das Symbol und neun geplante künftige Bereiche der außeruniversitären Forschungsstelle seit 1993; enthält versteckt auch einen Aufsatz über eine „Soziotopographie von `social displaced persons´ im Adel“ sowie die Eufunktionen von  delsdevianz auf den Seiten 14-49).


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