Institut Deutsche Adelsforschung
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Das sprachlich-kulturelle Konzept „Adel“

Analyse der Belege in deutschen Kulturzeitschriften zwischen 1890 und 1945

Der Schriftsteller Adolf Oppenheim (1910) notierte in einer kritischen Betrachtung zu den aus seiner Sicht fragwürdigen Angeboten der Schönheitsmittel eine Beobachtung, die er anhand eines Beispiels aus den Vereinigten Staaten von Amerika gemacht hatte: „In den Ankündigungen von Schönheitsmitteln findet man in amerikanischen, französischen und englischen Zeitungen oft die seltsamsten Fantasieblüten. – So verspricht in einem Inserat der `geniale´ Erfinder der Schönheits-Pasta `Gloria´ den Damen, daß sie durch äußere Anwendung von mindestens drei Tuben dieser Schönheitspasta auch `innerlich´ schön werden. – 

Ein anderer Erfinder wendet sich in seinem Inserate an die älteren Mädchen, die sehnsüchtig einen Mann, der ihnen die Hand für das Leben reicht, erwarten: der Erfinder des `Venuswassers´ verspricht nicht nur nach Gebrauch dieses unfehlbaren Mittels die ewige Jugend des Antlitzes bis in das graue Alter, nein, der ehrbare Mr. Frank Jones fügt hinzu: die Völker gehen zurück, weil es wenig Liebesheiraten unter ihnen gibt. Wenn es mehr derartige Verbindungen gäbe, so hätte man weniger Verbrecher, mehr Glück, mehr Kinder, und zwar kräftigere, weniger Ehescheidungen und keine Skandale. – 

Das Ziel der Gesellschaft der Erfinder des Schönheit bringenden `Venuswassers´ – ist [es], solche Liebesheiraten zu fördern. Wir organisieren Gesellschaften unter denjenigen Leuten, welche unser Schönheitsmittel `Venuswasser´ gebrauchen, uns mindestens fünf Flaschen abnehmen, und an unsere Ziele glauben, und diese gründen wieder ihrerseits neue Zirkel, die das `Venuswasser´ gebrauchen, und dabei nicht nur schön, sondern glücklich verheiratet werden. – Unser `Venuswasser´ bildet die Vermittlung zwischen den Leuten, die durch dasselbe glücklich werden, einen Mann oder eine Frau bekommen wollen. – Und sie wurden und werden alle, bei Abnahme von mindestens fünf Flaschen zu 1,5 Dollars, glücklich. Wer es nicht glaubt, darf Mitglied zur Verbreitung der Gesellschaft des ehevermittelnden Schönheitsmittels Mr. Frank Jones in Ohio werden. In einer Ankündigung des Schönheitspulvers verspricht der Fabrikant jedem Herrn oder Dame, welche dieses Pulver längere Zeit gebraucht, unter anderem ein aristokratisches Aussehen. – Der Mann ist wenigstens billig. – Man denke, er verlangt für das Mittel, das jedem Menschen ein aristokratisches Aussehen unfehlbar zusichert, blos 25 Heller.“ [1]

Diese Oppenheimsche Bemerkung enthält nun in Bezug auf „den Adel“ eine bedeutende Aussage, getätigt zu einer Zeit in der Formierungsphase der Moderne, in der der Adel als Stand kaum mehr existierte, sich in einem Übergangsprozeß befand, gleichwohl noch Privilegien politischer, karrierebezüglicher und wirtschaftlicher Rechte ebenso wie eine gewisse gesellschaftliche Anerkennung genoß. [2] Nichts weniger als die Ablösung des Geblüts- und Erbadels, die Außerkraftsetzung der Adelstradition durch Generationenfolge und eine Selbstermächtigung nichtadeliger Kreise sollte mit der Revolution des Schönheitsmittels eingeleitet werden. Um aristokratisch zu werden, einer als bewundert, vornehm und bevorrechtigt imaginierten Gemeinschaft anzugehören, die es in den USA nur als Projektionsfläche, [3] nicht aber als staatlich geschützte Einrichtung gab, [4] sollte nun, in modernen Zeiten, die Einnahme eines Mittels ausreichen, das von innen heraus eine Nobilitierung zur Folge habe, eine Nobilitierung, die nicht mehr von Landesherren, sondern nur von den Mittelerwerbenden selbst abhängig sei. Adel konnte nun angeblich „gekauft“ werden, zumindest ein gemeinhin als adelig eingestuftes Antlitz. Vornehmheit war nicht länger mehr ein Konzept einer „longue durée“, [5] sondern ermöglichte es vorgeblich jedem, der nur ökonomisch potent genug war, die Zugehörigkeit zur Aristokratie. Dies weist zugleich darauf hin, daß auch in der nordamerikanischen Gesellschaft um 1910 Adel in bestimmten Schichten oder Milieus als Positivwert gesehen wurde. [6]

Zugleich führt dieser zeitgenössische Text ein in ein allgemeineres Phänomen, die Aneignung des Begriffes „Adel“ und seiner mit ihm mehr oder minder virulenten Werten und Eigenschaften, die bisweilen auch „dem Adel“ perpetuierend sprachlich angehaftet worden sind. Diesem Phänomen hat sich traditionell in Bezug auf „den Adel“ bisher vor allem die Geschichtswissenschaft angenommen, hier vor allem in Form der Begriffsgeschichte, [7] aber auch die Stereotypenforschung zum Adel, [8] flankiert fernerhin von sprachwissenschaftlichen Studien, die das Wort, seine Wortumgebung, seine Standard- und Kernwerte ebenso wie kürzer oder länger gesellschaftspezifisch angelagerte semantische Sedimente betrachteten. [9]

Aneignungen von „Adel“ nun werden, wenn sie aus ihrem ursprünglichen sozialen und rechtlichen Kontext in andere Bereiche „wandern“, gemeinhin als „Aristokratismus“ bezeichnet. [10] Dies spricht dafür, daß in Diskursen die Idee von Adel nicht nur an den „Stand“ gebunden war, an eine personale Gruppenbildung oder ein Kollektiv, sondern sich „selbstständig“ machte, inspirativ wirkte und mannigfaltig anschlußfähig war. [11]
Anzuzeigen ist hier eine weitere literaturwissenschaftliche Untersuchung, die sich dem Adelsbegriff speziell aus der theoretischen Perspektive der Frame-Semantik nähert. Sie trägt den Titel „Aristokratismus als Kulturkritik“. [12] Ihr Verfasser, der Germanist Jan de Vries, wurde damit 2018 an der Universität Marburg promoviert. In seiner Studie vollzieht er einen innovativen Perspektivwechsel, indem er Adel nicht als Projektionsfläche, [13] sondern als „Quelldomäne“ und als „Projektionsquelle“ versteht und betrachtet (Seite 79-81), „die selektiv auf zunächst kontextferne Ideologeme projiziert wurde [...], um diese zu füllen, sie aufzuwerten, oder sie in anderer Weise zu dimensionieren.“ (Seite 312) Aus diesem Blickwinkel ergeben sich mithin Transformationen zwischen der mit Adel konnotierten Referenz- und mannigfaltigen Annahmekulturen, unter anderem in der Kultur- und Modernekritik. [14]

Ein Beispiel dafür ist eine zeitgenössische Rezension (1930) einer Neuerscheinung auf dem Buchmarkt, in der die rezensierende anonyme Person (1930) die angesprochene Quellfunktion deutlich werden läßt: „Es scheint so, als ob wir an einer gewaltigen Zeitscheide und Weltwende angelangt sind. Man zählt nicht mehr, man wertet. Der Adelsgedanke einer neuen Zeit findet in steigendem Maße Beachtung. Unter den Büchern, die ihn behandeln, scheint das Buch `Adel´ von Bösch besondere Aufmerksamkeit zu verdienen. An dem tief und weit gefaßten Adelsgedanken mißt und wertet hier ein von seinen Wahrheiten ergriffener Mann alle Erscheinungen und Gebiete unseres seelischen und kulturellen Lebens, durchdringt und erfüllt sie mit seinen Erkenntnissen und Forderungen – mag es sich um den Adelsgedanken in der politischen Führung handeln, um die Kultur, um die Religion bis in das Gebiet der Kunst, das besonders tief und liebevoll behandelt wird. Und das alles in einer Sprache, die in ihrer Gelassenheit, Ruhe, Formvollendung und doch verhaltenen Leidenschaft ein adliges Gepräge trägt.“ [15]

Diesen Übertragungen des „Adelsgedankens“, wie sie hier prototypisch zum Ausdruck kamen, geht der Verfasser de Vries mithilfe der erwähnten Frame-Semantik als Methode nach, die von ihm hochgelobt wird (Seite 16-20) und von der er behauptet, daß sie drei Vorteile gegenüber der bisherigen Begriffsgeschichte habe. Erstens könnten dadurch Texte und Textcluster analysiert werden, die unterhalb der „Höhenkamm“-Belege lägen (Seite 314). Dies könne geschehen, weil man zweitens einen großen Korpus versammele, in seinem Falle waren dies „mehr als 300“ Belege (Seite 23). [16] 

Ein dritter Vorteil der Frame-Semantik sei es zudem, daß – im Gegensatz zur historischen Begriffsgeschichte – nun auch fiktional-ästhetische Texte Eingang in die Untersuchungen gefunden hätten (Seite 314), mit berücksichtigt worden seien, nicht als Abspaltungen verstanden und daher ausgeklammert geblieben wären. Alle drei Postulate sind indes in der Adelsforschung aber durchaus nicht grundlegend novitär und auch nicht an die Frame-Semantik als Alleinstellungsmerkmal gebunden. [17]

Gleichwohl ist die Frame-Semantik eine Art der Untersuchung, die als wichtige literaturwissenschaftliche Ergänzung zur Adelshistoriographie verstanden werden sollte; deren Anwendung ist bei de Vries mustergültig umgesetzt worden. Beachtenswert ist vor allem der Frame oder der Rahmen „Adel“, wie ihn de Vries aus den Textbelegen extrahiert und in mehreren Grafiken übersichtlich sowie kontingenz- wie komplexreduziert aufbereitet hat. Weil „Adel“ immer auch eine Kategorie der Differenzierung war – zunächst beim Geblüts- oder Erbadel der sozialen, später dann anderer Differenzen – ergaben sich daraus zunächst Aspekte der Dichotomie von „Adel“ einerseits und „Nichtadel“ andererseits. [18] Demnach wurde „Nicht/Adel“ stets als diametrales Paar gedacht. Wo „Adel“ war, mußte auch „Nichtadel“ sein, mußte es Ideologeme, Verfahren oder Strategien geben, die distinktiv waren, auf einen stratifikatorischen Unterschied pochten, ihn aufriefen, perpetuierten, verneinten, de/konstruierten oder re/installierten.

Diese Gegensätze hat de Vries anschaulich herausgearbeitet. Das Ergebnis ist, daß Adel in den Belegtexten positiv konnotierend als Lobklatsch und erstrebenswertes Ideal konstruiert wurde, konkret als Seinsprinzip, als natürlich, superior, angeboren, authentisch, verinnerlicht, persönlich, anökonomisch und rural. [19] Nichtadel wurde stattdessen in abwertender Entsprechung als Schimpfklatsch innerhalb der oben bereits eröffneten Kategorien „nur“ als Leistungsprinzip, als funktional, erworben, formal, äußerlich, pragmatisch, abstrakt, ökonomisch und urban eingeordnet (Seite 97 und 118). [20]

Ein wenig unkomfortabel ist in dem Buch indes das bei vielen Literaturwissenschaftler*innen übliche hybridisierte Literaturverzeichnis, das zugleich auch Quellenverzeichnis ist und daher nicht zwischen Primärquellen und Sekundärliteratur unterscheidet. Ein allerdings wesentlich ungewöhnlicheres (da selten in geisteswissenschaftlichen Dissertationen anzutreffendes) Manko ist zudem, daß das Inhaltsverzeichnis (Seite 5-7) unvollständig ist, obschon doch dessen für gemeinhin selbstverständliche Aufgabe die Präsentation der kommenden Inhalte sein sollte. 

Doch fehlen einige Unterkapitel, unter anderem der für die Adelsforschung durchaus bedeutsame Abschnitt „2.3.5.2 Exkurs zum Begriff Projektion in der Adelsforschung“ auf den Seiten 79-81. [21] Da dem Werk auch kein Sach- oder Namensverzeichnis beigegeben wurde, ist das Fehlen einer vollständigen Inhaltsübersicht umso schmerzlicher. Nur versteckt sind daher so wichtige Wortschöpfungen und Schlagworte wie „Sozialaristokrat“, „Adelsmenschentum“ (Seite 193), „adeliger Individualismus“ oder „Dichterfürst“ (anspielend auf den Künstler als Aristokraten) [22] zu ermitteln, die de Vries ausführlicher behandelt und analysiert hat, ebenso wie den Bamberger Reiter als Adelsideal. [23]

Positiv wiederum zu werten ist an der Studie jedoch, daß hervorgehoben wird, daß Adel eine De/Konstruktions-Entität sei. Damit werden die Prinzipien von „un/doing nobility“ angesprochen und bestätigt, auch wenn der Verfasser das Konzept nicht erwähnt. Dennoch heißt es bei ihm nach Kantorowicz, Adel werde unter anderem, neben dem Eigenbewußtsein als Stand, „von anderen niederen Ständen als ein Besonderes geglaubt“ (Seite 309) und nach Conze: „Der Adel braucht die Anerkennung als Adel, er braucht den Glauben an die Existenz von Adel – im Adel selbst wie bei den Nicht-Adligen. Ohne diese Anerkennung  wären die Konstruktion und die Konservation einer adligen Identität  in einer modernen Gesellschaft kaum möglich.“ (Seite 309). [24]

Insgesamt besehen hat der Verfasser mit der Studie zum Aristokratismus den Forschungsstand des wandernden Begriffes „Adel“ weiter geschärft, mit der Frame-Semantik auch eine passende Theorie und Sichtweise angewendet. Er hat zudem gezeigt, daß sich Adelskonnotationen vielfältig instrumentalisieren ließen, besonders nach 1918 und dem staatsrechtlichen Adelsende, der Adelsdämmerung oder dem juristischen „Aristozid“. Aristokratismen als Spolien der Vergangenheit und der Vorstellungen, die man sich von ihr und einem gesellschaftlichen Leitbild machte, lebten daher nicht nur als Kombinationen der Nachsilbe „-adel“ – in Form des Seelenadels, Geistesadels, Kampfesadels und ähnlichen Verknüpfungen – fort, sondern eben auch mit Konzepten des „aristokratischen Individualismus´“ oder des „Adelsmenschen“.

Diese Rezension stammt von Dr. phil. Claus Heinrich Bill, M.A., M.A., B.A., und erscheint ebenso gedruckt in der Zeitschrift für deutsche Adelsforschung.

Annotationen:

  • [1] = Adolf Oppenheim: Wie erhält man wirklich Jugendreiz und Schönheit? Eine kosmetische Plauderei, in: Neue Schlesische Zeitung. Einzige Morgenzeitung in Österreichisch-Schlesien (Teschen), Ausgabe Nr. 47 vom 19. Februar 1910, Seite 3.
  • [2] = Siehe weiterführend a) Monika Wienfort: Der Adel in der Moderne, Göttingen 2006, 192 Seiten, sowie b) Heinz Reif: Adel im 19. und 20. Jahrhundert, München 2. Auflage 2012, 174 Seiten.
  • [3] = Dazu siehe Silke Marburg / Sophia von Kuenheim(Hg.): Projektionsflächen von Adel (Beiheft 69 der Historischen Zeitschrift), Berlin 2016, 230 Seiten.
  • [4] = Tiefergehend dazu Michael Rüppel: Ein Land „ohne Adel, ohne herrschende Religion, im höchsten Wohlstande und Flor“. Adolph Freiherr Knigge, William Berczy und die Auswanderung nach Amerika, in: Staatsarchiv Bremen (Hg.): Bremisches Jahrbuch, Band 90, Bremen 2011, Seite 25-62. Es hat allerdings in Amerika etliche Aristokratisierungen gegeben; siehe dazu a) Wybren Verstegen: American mimicry? – De planteraristocratie en de Amerikaanse burgeroorlog, in: Stichting Werkgroep Adelsgeschiedenis (Hg.): Virtus – Journal of Nobility Studies, Band 20, Hilversum 2013, Seite 84-107, b) speziell zur Vereinigung und dem Kürzel „F.F.V.“ in seiner schriftaktlichen Funktion als Quasi-Adelszeichen oder -prädikat auch ein Anonymus: Das Sturmcastell, in Troppauer Zeitung (Troppau), Ausgabe Nr. 243 vom 24. Oktober 1863, Seite 1; dort heißt es „F. F. V. (First Family Virginia. Erste Familie Virginien) – Einige Familien Virginiens setzen diese Anfangsbuchstaben, gleich einer Art adeliger Auszeichnung, ihrem Namen vor, um das Alter ihres Geschlechtes und ihre Stellung in der Gesellschaft in Erinnerung zu bringen. Diese Sitte i?t in einem Staate, dessen republikanische Einrichtung keinen aristokratischen Titel duldet, auffallend genug.“ 
  • [5] = Wie noch bei Nomen Nescio: Brief reflections on several subjects, in: National Gazette (Philadelphia), Ausgabe Nr. 92 vom 14. September 1793, Seite 366: „Time alone can make an order of nobility respectable. The nobility of all countries have originated from wars, conquests, and revolutions, and at first were serocious, barbarous, and unpolished; it being impossible that dating part of one life the rude habits of a former condition could be entirely eradicated, and more polished manners substituted. Nothing, however, can be more absurd than an order of nobility, shining in immense wealth, and yet retaining every original trait of meanness and littleness. But long succession, education, and abstraction from the vulgar, at length effect a refinement of ideas, and melioration of manners. The German, British, and old French nobility, tho´ the greatest scouudrels on earth, are, and were, nevertheless, the most civil and polite people in the universe.“
  • [6] = Zu Theorien gesellschaftlicher Gliederung siehe fernerhin Nicole Burzan: Soziale Ungleichheit. Eine Einführung in die zentralen Theorien, Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften 2. Auflage 2005, 209 Seiten.
  • [7] = Am ausführlichsten immer noch Werner Conze: Adel, Aristokratie, in: Otto Brunner / Werner Conze / Reinhart Koselleck (Hg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Band 1, Stuttgart 1872, Seite 1-48. Andere Versuche siehe bei a) Joachim Ritter (Hg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band I., Darmstadt 1971, Spalte 505-508, b) Robert Blum (Hg.): Volksthümliches Handbuch der Staatswissenschaften und Politik, Band I., Leipzig 1848, Seite 32-37, c) Stefan Gosepath / Wilfried Hinsch / Beate Rössler (Hg.): Handbuch der Politischen Philosophie und Sozialphilosophie, Band I., Berlin 2008, Seite 9-11, d) Günter Barudio: Politik als Kultur, Stuttgart / Weimar 1994, Seite 21-25, e) Friedrich Wecken: Familiengeschichtsforschung in Stichworten, Leipzig 1936, Seite 9-10, f) Werner Schingitz / Joachim Schondorff: Philosophisches Wörterbuch, 10. Auflage Stuttgart 1943, Seite 6, h) Caspar von Schrenck-Notzing (Hg.): Lexikon des Konservatismus, Graz / Stuttgart 1996, Seite 19-22, i) Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, 2. Auflage Berlin 2007, Seite 10-11, j) Eckart Conze (Hg.): Kleines Lexikon des Adels, München 2005, Seite 15-18, k) Friedrich Jaeger (Hg.): Enzyklopädie der Neuzeit, Band I., Stuttgart 2005, Spalte 39-54, l) Gerd Reinhold (Hg.): Soziologie-Lexikon, München 4.Auflage 2000, Seite 6, m) Hanno Drechsler / Wolfgang Hilligen / Franz Neumann (Hg.): Gesellschaft und Staat. Lexikon der Politik, München 8. Auflage 1992, Seite 6-7, n) Heinz Thoma (Hg.): Handbuch Europäische Aufklärung, Stuttgart 2015, Seite 3-10, o) Helmut Reinalter (Hg.): Lexikon zu Demokratie und Liberalismus 1750-1848/49, Frankfurt am Main 1993, Seite 11-18, p) Hermann Rentzsch (Hg.): Handwörterbuch der Volkswirthschaftslehre, Leipzig 1866, Seite 17-21, q) Horst Bartel / Dieter Fricke (Hg.): Wörterbuch der Geschichte, Band I., (Ost-) Berlin 1983, Seite 20-21, r) Karl-Heinz Hillmann: Wörterbuch der Soziologie, Stuttgart 5. Auflage 2007, Seite 6, s) Marianne Bernhard: Das Biedermeier. Kultur zwischen Wiener Kongreß und Märzrevolution, Düsseldorf 1983, Seite 11-12, t) Max Weiß (Hg.): Politisches Handwörterbuch, Berlin 1928, Seite 8-10, u) Paul Herre (Hg.): Politisches Handwörterbuch, Band I., Leipzig 1923, Seite 8, v) Richard van Dülmen (Hg.): Fischer Lexikon Geschichte, Frankfurt am Main 1990, Seite 105-120, w) Theodor Hartleben (Hg.): Geschäfts-Lexikon, Band I., Leipzig 1824, Seite 8-16, x) Theodor Heuß: Politik. Ein Nachschlagebuch für Theorie und Praxis, Halberstadt 2. Auflage 1928, Seite 3-5, y)  Michel Vovelle (Hg.): Der Mensch der Aufklärung, Frankfurt am Main / New York / Paris 1996, Seite 42-97.
  • [8] = Dazu siehe Claus Heinrich Bill: Gesellschaftliche Adelsvorstellungen und ihre Bedeutung für die soziale Erzeugung der Gentilhommerie im 19. Jahrhundert, in: Institut Deutsche Adelsforschung (Hg.): Zeitschrift für deutsche Adelsforschung, Jahrgang XXI., Folge Nr. 101, Sonderburg 2018, Seite 2-52.
  • [9] = Dazu siehe a) Lothar W. Pawliczak: Kein Begreifen von „Adel“ ohne klar definierten Adelsbegriff!, in: Erhard Crome / Udo Tietz (Hg.): Dialektik, Arbeit, Gesellschaft. Festschrift für Peter Ruben, Potsdam 2013, Seite 115-129, b) Urte Stobbe: Adel (in) der Literatur – Semantiken des Adligen bei Eichendorff, Droste und Fontane, Hannover 2019, 496 Seiten, c) Michael Seelig: Gedanken zu Adelssemantiken zwischen 1933 und 1945. Skizze für das DFG-Projekt „Aristokratismus. Historische und literarische Semantiken von Adel zwischen Kulturkritik und Nationalsozialismus (1890-1945)“, Marburg 2012, 14 Seiten, d) Jochen A Bär.: Historische Semantik aus hermeneutisch-linguistischer Perspektive – Dimensionen von Adel um 1800, in: Franz Bölsker / Michael Hirschfeld / Wilfried Kürschner / Franz-Josef Luzak (Hg.): Dona Historica – Freundesgaben für Alwin Hanschmidt zum 80. Geburtstag, Berlin 2017, Seite 361-396, e) Jochen Strobel: „Den letzten Rest von Poësie“ – Historische und literarische Semantik eines kulturellen Schemas am Beispiel von „Adel“ in der Moderne, in: KulturPoetik, Jahrgang Nr. 12, Göttingen 2012, Heft Nr. 2, Seite 187-207, f) Jochen Strobel: Aristocratism in modern German literature – Portrait of an age and image of timelessness, in: David Martens / Ben De Bruyn / Aleide Vanmol (Hg.): Neohelicon – Acta comparationis litterarum universarum, Jahrgang 42, Heft Nr. 1 (Themenheft „Noble modernisms – L’imaginaire nobiliaire de la litte´rature moderne 1900-1950“), Dordrecht / Budapest 2015, Seite 159-172.
  • [10] = Dazu siehe weiterführend Jens Wietschorke: Aristokratismus als kulturwissenschaftliches Problem – Seminarnotizen zu einer europäischen Sozialformation, in: Heidrun Alzheimer / Sabine Doering-Manteuffel / Daniel Drascek / Angela Treiber (Hg.): Jahrbuch für europäische Ethnologie, Band 13, Paderborn 2018, Seite 265-283.
  • [11] = Man wird hier möglicherweise von der Adelsidee, dem Adelsgedanken oder dem Adelskonzept als einer Art „ideellem Aktanten“ sprechen können; dies wäre indes noch zu untersuchen. Siehe dazu Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie, Frankfurt am Main 2010. – Diese Art von Aristokratismus ist eine neuere Definition und nicht zu verwechseln mit der Aristokratismusverwendung im 19. Jahrhundert, wo dieser Begriff den Vorrang einer Adelsherrschaft unter anderen konkurrierenden Machtstrebenden in der Politik bedeutete; siehe dazu Nomen Nescio: Sendschreiben an den Alethophilus Saxe (Fortsetzung), in:  Transsilvania. Beiblatt zum Siebenbürger Boten (Hermannstadt), Ausgabe Nr. 44 vom 4. Juni 1846, Seite 209.
  • [12] = Jan de Vries: Aristokratismus als Kulturkritik. Kulturelle Adelssemantiken zwischen 1890 und 1945, erschienen Böhlau-Verlag in Köln im November 2020, 348 Seiten, acht schwarz-weiße Abbildungen, Format 235 x 160 mm, Gewicht 724 g, Band 4 der Reihe „Adelswelten“, erhältlich im Buchhandel zum Preis von 70,00 €, erscheint auch als Online-Ausgabe (im Format PDF zum Preis von 59,99 €), ISBN: 978-3-412-52067-0, gebunden im Festeinband.
  • [13] = Gleichwohl war Adel trotzdem auch Fläche von Projektionen, so bei der Adelsromane in Massen herstellenden Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler (1867-1950), die einmal bekannte, sie „habe schwer arbeitenden Menschen jenes Leben gezeigt, nach dem ihre Sehnsucht ging, das sie jedoch nie kennenlernen würden. Ich habe Märchen für große Kinder erdacht“ (de Vries: Seite 196).
  • [14] = Zu 15 verschiedenen Verfahren derartiger Transformationen siehe Hartmut Böhme / Lutz Bergemann / Martin Dönike / Albert Schirrmeister / Gorg Toepfer / Marco Walter / Julia Weitbrecht: Transformation, in: Hartmut Böhme / Lutz Bergemann / Martin Dönike / Albert Schirrmeister / Gorg Toepfer / Marco Walter / Julia Weitbrecht (Hg.): Transformation. Ein Konzept zur Erforschung kulturellen Wandels, Paderborn: Wilhelm-Fink-Verlag 2011, Seite 47-54.
  • [15] = Nomen Nescio: Adel, in: Sport im Bild. Das Blatt der guten Gesellschaft (Wien), Ausgabe Nr. 7 vom 8. April 1930, Seite 509.
  • [16] = Der Verfasser verweist auf Seite 25 auf die seinen Studien zugrunde liegenden Texte aus der öffentlich kostenfrei zugänglichen Datenbank  „Aristokratismus in Zeitschriften von 1890 bis 1945“ unter der Internetadresse „http://aristokratismus.online.uni-marburg.de/projekt)“ mit 303 Belegen (Abruf vom 6. Dezember 2020). Diese Transparenz der Belegangaben ist bei dem Vries´schen Werk sehr zu begrüßen, auch können die Belege auf diese Weise leicht für andere Forschungen nützbar gemacht werden.
  • [17] = Arbeiten aus der Adelsforschung, die alle drei Aspekte berücksichtigt haben, auch ohne Frame-Smantik, mit bloßer Grounded Theory oder historischer Diskursanalyse, sind a) Karlheinz Wallraf: Die „bürgerliche Gesellschaft“ im Spiegel deutscher Familienzeitschriften, Köln 1939, 147 Seiten, b) Claus Heinrich Bill: Gesellschaftliche Adelsvorstellungen und ihre Bedeutung für die soziale Erzeugung der Gentilhommerie im 19. Jahrhundert, in: Institut Deutsche Adelsforschung (Hg.): Zeitschrift für deutsche Adelsforschung, Jahrgang XXI., Folge Nr. 101, Sonderburg 2018, Seite 2-52, c) Claus Heinrich Bill: „Eine gräfliche Schönheit als Ladenmädel“. Inkonsistenz adeliger Rollen in der Formierungsphase der Moderne, im hier vorliegenden Jahrgang XXIII. der vorliegenden Zeitschrift in Folge Nr. 115). Die beiden letztgenannten Arbeiten (b und c) grundieren ihre Erkenntnisse zudem auf größeren Korpora (b: 605 und c: 3.178 Belege). – Aber auch mit dem interdisziplinären Ansatz der Interkulturalität lassen sich solche allelopoietischen Vorhaben, wie sie de Vries verfolgt hat, in der Adelsforschung verwirklichen. Dazu ein Anwendungsbeispiel (ebenfalls für Aristokratismen) bei Claus Heinrich Bill: Moderne Transformationen des Nobilitäts-Konzeptes in wandelbaren Kongruenzen und Inkongruenzen (1/3), in: Institut Deutsche Adelsforschung (Hg.): Zeitschrift für deutsche Adelsforschung, Jahrgang XIX., Folge Nr. 92, Sonderborg 2016, Seite 42-49.
  • [18] = Zu derlei „Humandifferenzierungen“ siehe grundlegend Stefan Hirschauer: Un/doing Differences. Die Kontingenz sozialer Zugehörigkeiten, in: Zeitschrift für Soziologie, Band 43, Heft Nr. 3, Stuttgart: Lucius & Lucius 2014, Seite 170-191. 
  • [19] = Konstruktionen dieser Art von Aristokratismus wurden, ausgehend von dieser Basis, je nach Situation der Rezipierenden modifiziert und transformiert. Diese aneignende Veränderung konnte dabei in kriegerischen Zeiten, wie dem ersten Weltkrieg, übergehen in profane Heroisierungen und sakrale Todesverachtung, so in der Interpretation des auch bei de Vries angerissenen Dramas „Rosmersholm“ (1886) von Henrik Ibsen (1828-1906) seitens des Kulturkritikers Alexander (1917): „Selbst der Adelsmensch ist nur eine symbolische Zeichnung nicht für das, was Nietzsche den Uebermensch nennt (Himmel und Erde!), sondern für Rosmers Wesen. Er ist der Reine, das kindliche Gemüt im Schmutz der Welt, ein Wunder, das hier auf Erden doch keine gar so ungeheuer große Seltenheit ist. Als ihm dann die Wahrheit aufgeht, ist er entwurzelt [...]  Rosmers Adelsmensch ist ein Leitstern unseres sittlichen Triebs, ein Symbol für die Wahrheit des Guten in der Idee. Rosmer stürzt in den Mühlbach, aber nicht wie ein Verzweifelter, sondern wie ein Triumphierender. Rosmer stirbt, aber die Wahrheit seiner Idee leuchtet wie ein Stern im Osten, der zur Erlösung leitet.“ Zitiert nach Bernhard Alexander: Rosmersholm, in: Pester Lloyd (Pest), Morgenblatt-Ausgabe Nr. 101 vom 17. April 1917, Seite 2.
  • [20] = In der Grafik mit der Bezeichnung „Abb. 5“ (ohne Titel) auf der Seite 118 ist bei de Vries lediglich verwirrend, daß er links eine Rubrik „Exklusion“ (als Gegenteil zur rechts plazierten Rubrik „Inklusion“) eröffnet, unter der er aber dann „Superiorität“ verortet. Entweder hätte man hier den Rubriknamen ändern müssen in „Inferiorität“ oder aber die Superiorität unter „Inklusion“ aufführen müssen. Zur Superiorität und Inferiorität bei sozialen Gruppenbildungen siehe weiterführend Norbert Elias / John L. Scotson: Etablierte und Außenseiter, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990, 315 Seiten, sowie, adaptiert auf die Adelsforschung, Claus Heinrich Bill: Etablierte und Außenseiter*innen, in: Institut Deutsche Adelsforschung (Hg.): Bildatlas zur deutschen Adelsgeschichte 1 – Adelsgrafiken als Beitrag zur komplexreduzierten Aufbereitung von für die Adelsforschung dienlichen Theorien und Modellen, Sonderburg 2017, Seite 6-7.
  • [21] = Immerhin muß man es dem Verfasser lassen, dass er konsequent gehandelt hat und die vierte Gliederungsebene grundsätzlich und systematisch ausgeblendet hat. Weitere Fehlstellen beziehen sich daher (hier zitiert ohne die im Original vorhandenen Hervorhebungen durch Kursivierung) auf die Unterkapitel „2.3.5.1 Metaphorische Projektion (mapping)“ auf den Seiten 78-79, „2.3.5.3 Konzeptuelle Verschmelzung (blending)“ auf den Seiten 81-82, „2.5.3.4 Mentale Räume (mental spaces)“ auf den Seiten 82-85, „2.3.5.5 Metaphorische Fokussierung (highlighting / hiding)“ auf den Seiten 85-86, „2.3.5.6 Fallbeispiel mapping und blending in Max Schelers Der Genius des Krieges und der Deutsche Krieg 1915“ auf den Seiten 86-88, „4.1.3.1 Langbehns Neologismus Der `Sozialaristokrat´“ auf den Seiten 127-129, „4.1.3.2 Alexander Tille: Volksdienst. Von einem Sozialaristokraten (1893) „ auf den Seiten 129-133, „4.1.3.3 Arno Holz: Sozialaristokraten (1896)“ auf den Seiten 133-137, „4.1.3.4 Die Metapher des `Dichterfürsten´“ auf den Seiten 137-140, „5.1.3.5 Ideal und Wirklichkeit des Dichterfürsten – Detlev von Liliencron“ auf den Seiten 140-142, „4.1.3.6 Vom `Dichterfürsten´ zum `Dichter-Führer´“ auf den Seiten 142-145, „4.2.1.1 Adel als `unsichtbare Gemeinschaft´ – Karl Bösch: Vom Adel (1920)“ auf den Seiten 161-166, „4.2.4.2 `n Aristokratische Mystik´– Emil Hammacher: Hauptaufgabe der Modernen Kultur (1914)“ auf den Seiten 166-172, „4.2.4.3 Adel als ´unsichtbare Kirche´ – Karl Jaspers: Die geistige Situation der Zeit (1931/32)“ auf den Seiten 173-184, „4.2.5.1 Zur Rezeption von Hendrik Ibsens `Adelsmensch´ ohne Jahreszahlangabe auf den Seiten 184-189, „4.2.5.2 `Adelsmensch´ und Satire – Von Hedwig Dohms Sibilla Dalmar zu Robert Mischs Der Adelsmensch“ auf den Seiten 189-193, „4.2.5.3 `Ein Marlitt-Element´ – Adelssemantiken in der zeitgenössischen Trivialliteratur“ auf den Seiten 193-196, „4.2.5.4 Der `Adelsmensch´ in den Romanen Hedig Courths-Mahlers“ auf den Seiten 196-198, „4.2.5.5 `Aristokratismus´ im Adels- und Trivialroman um und nach 1900“ auf den Seiten 198-205, „4.2.5.6 Zwischen `Adelsmensch´ und `Herrenmensch´– Aristokratische Männlichkeitsideale in der Trivialliteratur“ auf den Seiten 205-211, „4.2.6.1 Geistesadel – Ein `Oberlehrerideal´?“ auf den Seiten 211-215, „4.2.6.2 Bildungsaristokratismus am Beispiel des `Schulmanns´ Martin Havenstein (1871-1945)“ auf den Seiten 215-223, „4.2.6.3 Universität und `Geistesadel´“ auf den Seiten 223-232, „5.1.7.1 Ludwig II. und Algabal – Die Emanzipation von den Adelssemantiken des Frühwerks“ [betreffend Stefan George] auf den Seiten 260-264, „5.1.7.2 Die öffentliche Wahrnehmung Georges – Vom `salbentrunknen prinzen´ zum `aristokratischen Herrscher´ auf den Seiten 264-270, „5.2.3.1 Woldemar von Uxkull: Das revolutionäre Ethos bei Stefan George (1933)“ auf den Seiten 294-295, „5.2.3.2 Ernst Bertram: Möglichkeiten deutscher Klassik (1933“ auf den Seiten 295-296, „5.2.3.3 Ernst Kantorowicz: Das Geheime Deutschland (1933)“ auf den Seiten 296-303, „5.2.3.4 Von `adliger Anmut´ – Der `Bamberger Reiter´ als Vorbild“ auf den Seiten 303-305, „5.2.3.5 Die Aporien des `Neuen Adels´– Ernst Kantorowicz: Was ist Adel?“ auf den Seiten 306-308, „5.2.3.6 Kulturkritischer Pessimismus – Der Niedergang des `Adels´ als `Sieg des Intellekts´?“ auf den Seiten 308-310. Die Unterkapitelüberschriften werden hier gebracht, da sie späterhin auf der Webseite der Deutschen Nationalbibliothek (Adresse: „https://portal.dnb.de“), die gemeinhin von jedem neu publizierten Buch ein möglicherweise darin vorhandenes Inhaltsverzeichnis als PDF-Datei anbietet, nicht erscheinen werden und die Inhalte damit internetklandestine Vorkommen bleiben würden.
  • [22] = Dazu siehe Hartmut Stenzel: Der historische Ort Baudelaires. Untersuchungen zur Entwicklung der französischen Literatur um die Mitte des 19. Jahrhunderts, München: Fink 1980, Seite 45.
  • [23] = Dazu siehe auch bereits Gregor von Rezzori: Idiotenführer durch die deutsche Gesellschaft 2 (Adel). Aus guten Kisten und, wenn möglich, noch besseren Ställen. Wertvolle Anleitungen zu Kenntnis und Verständnis der vorbildgebenden, tonangebenden sowie schlichthin angebenden Gesellschaftsschicht, Reinbek bei Hamburg 1962, Seite 7-8; dort heißt es: „Im Bamberger Reiter und vielleicht noch in der Uta vom Naumburger Dom, uns allen gleicherweise von Ansichtskarten her vertraut, hat das deutsche Mittelalter uns zwei Gestalten hingestellt, die uns zu Leitbildern adeligen Wesens geworden sind. Sie gelten uns gleichsam für die Stammeltern des deutschen Adels.“
  • [24] = Hier ist lediglich zu fragen, warum dieser Gruppenbildungsprozeß allein auf die moderne Gesellschaft beschränkt sein sollte und weshalb das Wort „kaum“ verwendet worden ist. Dies weist darauf hin, daß in jener Lesart keine Klarheit darüber vorherrscht, wie denn Adel nun unter Beachtung der genannten Konsequenzen de/konstruiert worden sei. Besser dort schon Oexle, den de Vries ebenfalls zitiert: „Adel beruht auf Überzeugung  des adligen Menschen – und der Adel zuschreibenden Überzeugung der `anderen´ [...]“ (Seite 309-310).
 

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